zurück

Weg mit dem Viech: Fünf Anti-Kater-Tipps

von Annelotte Cobler

Der Rausch ist quasi vorbei, dafür ist ein wummernden Dröhnen im Schädel dazugekommen. Das kribbelige Gefühl im Bauch ist einer schalen Übelkeit gewichen. Und ausgelassener Partystimmung ist schon längst nichts mehr zu spüren.

Man muss kein Arzt sein, um beim ersten taumeligen Schritt nach dem Aufstehen einen klassischen Kater zu diagnostizieren – und sich schnell wieder hinzulegen, um den ganzen Tag lethargisch und leidend im Bett zu verbringen. Wenn allerdings die Arbeit ruft und der Wecker morgens viel zu früh aus dem unruhigen Schlaf ruft, braucht jedermann etwas, das wirklich und vor allem schnell hilft. Rund um „Veisalgia“, wie der Kater medizinisch korrekt heißt, existieren viele Mythen und angebliche Geheimrezepte. Doch was bringt welchen Typ Mann tatsächlich wieder auf die Beine?

Für Vorausschauende

Der clevere Gelegenheits-Powertrinker von heute trifft, noch bevor er benebelt ins Bett fällt, Vorkehrungsmaßnahmen, um dem morgendlichen Kater zuvorzukommen. Der Vorausschauende weiß nämlich, dass sein Körper während des Rausches nicht nur Glückshormone ausschüttet, sondern auch vermehrt Wasser und Mineralien ausscheidet. Deshalb stellt er, bevor er die Wohnung Richtung Party verlässt, schon ein Glas Wasser und ein Päckchen, das Elektrolyte und Vitamine in Form eines Brausepulvers enthält (z.B. „Der Katerkiller“), auf dem Nachttisch bereit.

Für Öko-Liebhaber

Der „Veisalgia Ex“-Tee ist biologische Kriegsführung im Kampf gegen den Kater. Das Aufguss-Getränk aus einhundert Prozent natürlichen Inhaltsstoffen wirkt innerhalb von etwa einer halben Stunde gegen typische Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Um ein altes deutsches Sprichwort einmal rückwärts zu zitieren: Tee trinken und abwarten! Wer auf Nummer Sicher gehen will, nimmt zusätzlich noch ein paar Tropfen Brechnuss-Extrakt ein. Obwohl ihr Name Gegenteiliges vermuten lässt, hilft die Brechnuss, auch Nux Vomica genannt, ganz homöopathisch gegen Übelkeit.

Für Hartgesottene

Du weißt es schon lange: Was für Hustensäfte gilt, kann auch bei Kater-Mitteln nicht verkehrt sein. Je ekliger, desto wirksamer. Deshalb besteht das Katerfrühstück des Hartgesottenen aus einer Bloody Mary (4 cl Wodka, 10 cl Tomatensaft, 2 cl Zitronensaft, 4 Spritzer Worcestershiresauce, 2 Spritzer Tabasco, Salz und Pfeffer) und einem Frühstück, vor dem jeder Engländer respektvoll den Hut ziehen würde. Alles, was vor Fett oder Salzlake noch so trieft, darf verzehrt werden: Speck, Würstchen, Rollmops. Beim Schlürfen der Bloody Mary darf sich zwar ruhig die Nase zugehalten werden, aber das Motto vom Vorabend, „Ex oder Weichei!“, besitzt weiterhin Gültigkeit.

Für Traditionsbewusste

Wer immer noch ein Faxgerät zu Hause hat und auf seinen alten Nokia-Knochen schwört, hält vermutlich auch beim Thema Katerbekämpfung nichts von neumodischen Mittelchen. In diesem Fall empfiehlt sich die gute alte kalte Dusche. Die schmerzenden Glieder und das flatterige Gefühl in der Magengegend wird dadurch zwar nicht verschwinden, aber zumindest regt das kalte Wasser den Kreislauf an und beseitigt den Alkoholdunst, der nach der durchzechten Nacht noch immer am Körper haftet.

Für Wehleidige

Da dieses Konzept schwer mit einem wichtigen Meeting in Einklang zu bringen ist, empfiehlt es sich für den Wehleidigen, keinesfalls an Sonn- oder Wochentagen zu trinken. Der Wehleidige erlebt grundsätzlich immer den „den schlimmsten Kater seines Lebens“, weshalb er sich am besten den ganzen Tag über klangvoll der Nie-Wieder-Alkohol-Reue hingibt. Für ihn hilft nur noch ein chemischer Pharma-Cocktail – oder eiserne Härte. So oder so legt der Wehleidige sich am besten zurück ins Bett, dunkelt das Zimmer auf eine Zombie-freundliche Lichstärke ab und vegetiert vor sich hin, bis das Schlimmste überstanden ist.

„Nie wieder.“ Bis zum nächsten Mal.

Foto: Bettina Schönemann